Di, 27. September 2022, 18:30 Uhr

Evangelische Stadtakademie Bochum Westring 26 a-c, 44787 Bochum

Friedrich Sonderkötter

Rahel Varnhagen – Leben und Salons einer deutschen Jüdin im 18./19. Jahrhundert
Vortrag mit Diskussion

„Was so lange Zeit meines Lebens mir die größte Schmach, das herbste Leid und Unglück war, eine Jüdin geboren zu sein, um keinen Preis möchte ich das jetzt missen.“ (Rahel Varnhagen 1833)
 
Goethe nannte sie eine „schöne Seele“, Heine die „geistreichste Frau des Universums“. Marcel Reich - Ranicki hat sie eine „wahrhaft einzigartige Figur“ in der deutschen Literatur genannt. In Rachel Levins (später Varnhagen) „Dachstube“ treffen sich ab 1790 Menschen unterschiedlicher Stände und Religionen, versammelt sich die intellektuelle Elite Berlins. Nach der Niederlage Preußens bei Jena/Auerstedt 1806 und Napoleons Einzug in Berlin kann sie ihren Salon nicht mehr weiterführen.
Nach bewegten Jahren kehrt sie 1819 nach Berlin zurück. Gäste ihres zweiten Salons sind u.a. Hegel und Heine. In ihrer umfangreichen Korrespondenz weist sie immer wieder auf die mangelnden Rechte der Frauen und die Einschränkungen hin, die sie auch selbst erfahren hat. „Mit Rahel Varnhagen beginnt die Geschichte der weiblichen Emanzipation in unserem Land“ (Carola Stern). “
Friedrich Sonderkötter, Regierungsdirektor a.D., hat in Bochum und London (LL.M.) Jura studiert, Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Berufliche Stationen: Rechtsanwalt, Bundeswirtschaftsministerium, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Lehrbeauftragter für Chemikalienrecht an der TU Dortmund. Seit vielen Jahren Beschäftigung mit jüdischer Literatur.
Kosten5,- €, erm. 3.00 €
Studenten und Empfänger von Hartz 4 haben freien Eintritt.
Termine27.09.2022 18:30 - 20:00 Uhr