Mi, 10. November 2021, 18:00 Uhr

KoFabrik, Quartiershalle, Stühmeyerstraße 33, 44787 Bochum

Bartholomäus Fujak

Eine polnische Sicht auf Auschwitz
Ein Vortrag mit Nachgespräch im Rahmenprogramm von: Labyrinthe: Marian Kołodziej – Ein Pole in Auschwitz; Gezeichnete Worte

Das ehemalige deutsche Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau ist ein Name, welcher heute sehr häufig stellvertretend für den Holocaust genannt wird. Von den 1,1 – 1,5 Millionen ermordeter Menschen waren die meisten Juden, die dorthin aus beinahe allen besetzten Gebieten transportiert wurden. Doch für Polen ist Auschwitz mehr als das. Noch lange bevor die ersten Transporte mit Juden in der Todesfabrik eintrafen, rollten nach Auschwitz Transporte mit Menschen aus dem besetzten Polen. Mit Professoren, Priestern, Dichtern, Malern, Studenten und auch Pfadfindern, die als Politische Häftlinge im Lager registriert wurden. Auschwitz war der Ort an dem die „Polnische Intelligenz“ vernichtet und der Widerstand in Polen gebrochen werden sollten. Mit dem ersten Häftlingstransport aus dem Gestapogefängnis in Tarnów wurde auch Marian Kołodziej nach Auschwitz gebracht. Es gelang ihm das Konzentrationslager bis zum Kriegsende zu überleben, doch die Erinnerungen begleiteten ihn, wie auch zahlreiche ehemalige Mithäftlinge, bis zu seinem letzten Tag. Heute ist Auschwitz eines von mehreren ehemaligen deutschen Konzentrationslagern, die auf dem heutigen Staatsgebiet von Polen liegen. Es kommt vor, dass diese Gedenkstätten fälschlicherweise als „polnische Konzentrationslager“ bezeichnet werden, was durch die historischen Ereignisse für Polen eine doppelte Empörung auslöst. Was bedeutet den „Auschwitz“ für unsere Nachbarn, die Polen? Was empfinden sie und woran werden sie erinnert, wenn sie von und über Auschwitz sprechen?...
Bartholomäus Fujak wurde am 05.08.1978 in Cieszyn (Teschen) in Polen geboren. Ende 1989 kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und studierte Geschichte und Sportwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Er arbeitet als HPM und Gedenkstättenpädagoge im Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V. im Bereich „Erinnern“ und „Spurensuche Nationalsozialismus“ und als Museumspädagoge im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Als Historiker kooperiert er auch zur Regionalgeschichte Oberschlesiens mit zahlreichen Museen in Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. Seine Forschungsschwerpunkte sind polnisch-deutsche Beziehungen, Erinnerungskultur, Migrations-, Militär- und Industriegeschichte, sowie die Landesgeschichte des Teschener Schlesiens.
Kosten5,- €, erm. 3.00 €
Termine10.11.2021 18:00 - 19:30 Uhr