Do, 23. September 2021, 19:15 Uhr

Q1-Eins im Quartier, Haus für Kultur, Religion und Soziales im Westend, Halbachstraße 2, 44793 Bochum

Dr. Sabine Klocke-Daffa

Der Reiter von Südwest reitet nicht mehr: Koloniale Vergangenheit und geteiltes Erbe der Namibia-Deutschen
Vortrag mit Diskussion

Dieser Vortrag befasst sich mit den Auseinandersetzungen um ein Reiterdenkmal aus deutscher Kolonialzeit für die Mitglieder der Deutschen Schutztruppe in Windhoek/Namibia, international bekannt als „Reiter von Südwest“. Bis heute ist es für die Minderheit der Namibia-Deutschen ein materielles Symbol ihrer kulturellen Identität, mit dem die Vergangenheit immer wieder aufs Neue vergegenwärtigt wird, um die Gegenwart zu legitimieren und die Zukunft zu gestalten. Nun wurde das Denkmal auf Anordnung der namibischen Regierung in die Alte Festung verbannt - an dieselbe Stelle, von der aus die kolonialen Untertanen einst beherrscht wurden. Der Reiter „reitet“ nicht mehr, und damit hat die Diskussion um die Bedeutung eines geteilten Erbes im Hier und Jetzt begonnen. Vortrag mit anschließender Diskussion.
Klocke-Daffa, Sabine, PD Dr. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Privatdozentin am Asien-Orient-Institut/Abt. Ethnologie der Universität Tübingen. Sie studierte Ethnologie, Sozialwissenschaften und Romanistik (Spanisch) an der Universität Münster. Dort promovierte sie 1998 mit einer Dissertationsschrift zu Austausch und sozialer Sicherung bei den Nama in Namibia. Seit 1992 hat sie zahlreiche Feldforschungen in Namibia durchgeführt. Darüber hinaus war sie in Madagaskar und Iran tätig. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Angewandte Ethnologie, Grundeinkommen, und Sozialversicherungen. Seit 2013 ist sie Mitglied im Sonderforschungsbereich 1070 „RessourcenKulturen“ der Universität Tübingen und leitet Lehrprojekte im Programm „Wissenschaft lernen und lehren“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Kosten5,- €, erm. 3.00 €
Termine23.09.2021 19:15 - 21:30 Uhr