Mi, 2. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Melanchthonkirche, Kleiner Melanchthonsaal, Königsallee 48, 44789 Bochum
Dr. Rudolf Tschirbs und Pfarrer Martin Röttger
FilmForum - Trauer, gesellschaftlich und individuell, Film 4: Die Verdammten des …
Filmabende mit Diskussion
Einführung In einem Essay von 1917, „Trauer und Melancholie“, hat der Wiener Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud dem Begriff der Trauer durch eine Kontrastierung mit dem der Melancholie zu Konturen verholfen: „Trauer ist regelmäßig die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer an ihre Stelle gerückten Abstraktion wie Vaterland, Freiheit, ein Ideal usw.“ Die Melancholie sei seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, „die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung von Strafe steigert.“ Recht behutsam fährt Freud fort, „daß die Trauer dieselben Züge aufweist, bis auf einen einzigen; die Störung des Selbstgefühls fällt bei ihr weg.“ Bei der Lektüre des Essays mögen wir überrascht feststellen, mit welcher selbstreflexiven Vorsicht Freud ins Zentrum seiner oft als apodiktisch empfundenen Trieb-Theorie einleitete, etwa wenn er nach dem Charakter der Arbeit fragte, welche die Trauer leistet. Die Realitätsprüfung zeige, dass das geliebte Objekt nicht mehr besteht, „und erlässt nun die Aufforderung, alle Libido aus ihren Verknüpfungen mit diesem Objekt abzuziehen.“ Dagegen erhebe sich ein begreifliches Sträuben, das so intensiv sein könne, „daß eine Abwendung von der Realität und ein Festhalten des Objekts durch eine halluzinatorische Wunschpsychose zustande kommt.“ So sei bei der Trauer die Welt arm und leer geworden, bei der Melancholie aber zeige sich „eine außerordentliche Herabsetzung seines Ichgefühls“. Im „Film als Kunst“, wozu wir die die ausgewählten Werke rechnen, möge uns unsere eigene Zeit-Gebundenheit und die der Filmproduktion in dem Erkenntnistyp vom „Film als Erinnerungsort“ offenbar werden. Programm Mittwoch, 2. September 2026, 19.00 – 21.30 Uhr Film: „Das siebente …“ Regie: Ingmar Bergman Schweden 1957, 96 min. Mit: Gunnar Björnstrand, Bengt Ekerot, Nils Poppe, Bibi Andersson, Max von Sydow. Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19.00-21.30 Uhr 2. Film. „Drei Farben …“ Regie: Krzysztof Kieslowski Frankreich/Polen 1993, 98 min. Musik: Zbigniew Preisner Mit: Juliette Binoche, Benoit Régént, Florence Pernel, Emmanuelle Riva. Mittwoch, 4. November 2026, 19.00-21.30 Uhr 3. Film: „Ghost – … Sam“ Regie: Jerry Zucker USA 1990, 122 min. Musik: Maurice Jarre; Schnitt: Walter Murch Mit: Patrick Swayzee, Demi Moore, Whoopi Goldberg, Tony Goldwyn, Rick Aviles. Mittwoch, 2. Dezember 2026, 19.00-21.30 Uhr 4. Film: „Die Verdammten …“ Regie: Brian de Palma USA 1989, 109 min. Musik: Ennio Morricone Mit: Michael J. Fox, Sean Penn, Thuy Thu Le, John C. Reilly. 4. Film: „... des Krieges“ Regie: Brian de Palma USA 1989, 109 min. Musik: Ennio Morricone Mit: Michael J. Fox, Sean Penn, Thuy Thu Le, John C. Reilly Der Film beruht auf dem Zwischenfall auf Hügel 192 im Krieg in Vietnam. Eriksson sitzt in einem Stadtbahnzug. Eine Frau mit asiatischen Gesichtszügen ihm gegenüber löst einen Erinnerungsprozess aus. Auf einer Patrouille im Jahr 1969 wird seine Einheit dezimiert. Sein Vorgesetzter Mesewe beschließt, irgendein vietnamesisches Mädchen zu entführen und es sexuell missbrauchen zu lassen. In der Gruppe bilden sich Männer-Koalitionen nach der Entführung der jungen Frau Thi Oanh. Nur Eriksson versucht der jungen Frau in ihrem Martyrium zu helfen. Von der Gruppe terrorisiert, vertraut er sich einem Militärseelsorger an. Ein Kriegsgerichtsverfahren kommt zu Schuldsprüchen: Hohe Haftstrafen zu Zwangsarbeit im Militärgefängnis. Eriksson erwacht im Zug. | |
| Kosten | 0,- € |
Der Eintritt ist frei. | |
| Termine | 02.12.2026 19:00 - 21:30 Uhr |
